Das Schreiben als Ventil & Sprachrohr …

Das Schreiben war für mich immer etwas ganz Besonderes. Angefangen hat es in den späten 90ern als Ventil – als ein Weg, um meine Gedanken und Gefühle zu verarbeiten und einen Ausgleich zu schaffen für zahlreiche niederschmetternde Ereignisse in meiner Jugendzeit. Zuerst habe ich einfach heruntergeschrieben, was mir so durch den Kopf ging. 2002 kam ich dann mit Rap in Berührung und lernte, meine Gedanken in eine klare Form zu bringen. Und irgendwann wurde mir bewusst, dass die Texte nicht nur mir selbst helfen können, sondern auch anderen. Dass sie das schon längst taten. Ich hatte mein Sprachrohr gefunden und die Kraft entdeckt, in anderen etwas auszulösen. Damit war ich plötzlich in der Lage, etwas zu verändern. Zumindest im Kleinen. Und es fühlte sich gut an.

… kombiniert mit dem Zauber der Literatur …

Mittlerweile hat sich viel verändert. Durch einen extrem coolen Deutschlehrer (danke, Herr Schilling) durfte ich erleben, was für eine großartige Zauberkraft der Literatur innewohnt und warum es sich lohnt, viele der alten Wälzer auch heute noch zu lesen. Ob das anschließende Germanistik-/Philosophie-/Literaturwissenschaftsstudium im Hinblick auf meine Karriere wirklich so klug gewählt war, weiß ich nicht. Aber dieser Schritt hat sich richtig angefühlt und ich habe viele neue Impulse und Möglichkeiten bekommen, um mit Sprache zu jonglieren. Außerdem hatte ich im Studium viel Freiraum, um mich kreativ auszutoben – unter anderem auf der Theaterbühne und in Live-Hörspielen, die wir mit einem kleinen Kreis an Kollegen auf die Beine gestellt haben. In dieser Zeit wuchs auch der große Traum in mir, Profisprecher zu werden und so irgendwann einmal bei meinen Lieblingshörspielen und als Synchronsprecher bei berühmten Filmen mitzuwirken. Daraus ist (bisher) leider nichts geworden. Dafür bin ich dann mit Slam in Berührung gekommen und genieße seitdem das Gefühl, in der eigenen Kunst eine Bestimmung gefunden zu haben.

… und einem Hauch Berufsalltag

Natürlich lebe ich nicht allein von Poetry Slam – und würde es wohl auch gar nicht wollen, weil ich mich dann zu sehr nach dem Wind richten müsste, um die Miete regelmäßig zahlen zu können. Deswegen stelle ich meine Fähigkeiten seit einigen Jahren als freier Werbetexter zur Verfügung und helfe Unternehmen so dabei, ihre Projekte und Produkte wirksam zu präsentieren. Das ist ein toller Job und außerdem bin ich flexibel genug, um rund 80 bis 100 Slam-Auftritte im Jahr zu absolvieren, ohne dass es der Arbeit schadet. Denn im Zug schreibt es sich sehr sehr gut. (Auch dieser Text wurde in einem Zug verfasst).

Und wo bin ich, wenn ich mal nicht im Zug sitze oder auf der Bühne stehe?

Nach meiner Jugendzeit im beschaulichen Ostwestfalen-Lippe habe ich erst einige Jahre in Bielefeld und danach in Köln gelebt, um schließlich meine Heimat im Ruhrgebiet zu finden. Hier fühle ich mich sehr wohl und genieße die seltenen ruhigen Momente gemeinsam mit meiner Frau und unseren zwei Katzen. Und mit Mario Kart.

To be continued …

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